Geschichte des Kaffees

Die Kaffeepflanze stammt zwar ursprünglich aus dem Osten Afrikas, und zwar aus Äthiopien und Somalia, ihren Siegeszug um die Welt trat sie allerdings im 15. Jahrhundert von der jemenitischen Hafenstadt Mocha an, woran heute noch der Name "Mokka" erinnert. Mocha war zu jener Zeit ein wichtiger Umschlagplatz für Waren aller Art zwischen Europa und Asien, und so gelangte der Kaffee von dort im Zeitalter der großen Seefahrer und Entdecker in die ganze Welt. Besonders erfolgreich waren die Holländer, deren Kauffahrer den Kaffee in ihre zahlreichen überseeischen Kolonien brachten, allen voran Sri Lanka, Sumatra und Java. Der dort angebaute Kaffee konnte ab dem Beginn des 18. Jahrhunderts nach Holland exportiert werden, wo er schnell ein äußerst beliebtes Getränk der Oberschicht wurde.

Franzosen, Spanier und Briten bringen den Kaffee in die ganze Welt

1714 schenkten die Holländer dem französischen Sonnenkönig Ludwig XIV. einen Kaffeebaum, der ihn nicht nur seinem Jardin des Plantes einverleibte, sondern auch dafür sorgte, dass Samen dieses Baumes den Weg in die französischen Kolonien in Amerika und auf La Réunion fanden. Schon wenige Jahre später gab es in Brasilien und Französisch-Guayana Kaffee-Plantagen, von wo aus sich der Kaffeeanbau über ganz Mittel- und Südamerika ausbreitete. Mit der Einführung der Kaffeepflanze auf Jamaica 1730 durch die Briten und nach Costa Rica und Kuba durch die Spanier 1779 hatte der Kaffeeanbau praktisch alle Länder erreicht, die heute noch als Kaffeeproduzenten in Erscheinung treten. Allerdings mit einer bemerkenswerten Ausnahme: der Kontinent, von dem die Kaffeepflanze eigentlich stammte, Afrika, kannte noch keinen Kaffeeanbau! Es bedurfte auch hier britischer Kolonialherren, die 1878 den Kaffeeanbau in Britisch-Ostafrika, dem heutigen Uganda und Kenia, mit Setzlingen aus Mittelamerika begannen - praktisch direkt neben dem Urahn des Kaffees, dem wilden Kaffeebaum!